Warum KI-fähige OMDS 3 Services?

Eine VVO-Arbeitsgruppe überarbeitet unter dem Arbeitstitel Fit für die Zukunft die OMDS-3-Schnittstelle so, dass KI-Agenten sie bedienen können. Die bestehenden SOAP-Services bleiben in Betrieb. Diese Seite fasst Nutzen, Vorgehen und Bestandsschutz zusammen.

Nutzen für den Markt

  • Geringere Anbindungskosten. Vermittler und Softwaredienstleister können mit KI-Unterstützung besser anbinden, statt jede Schnittstelle von Hand zu implementieren.

  • Kürzere Time to Market. Produktvarianten und neue Produktgenerationen gehen ohne Softwarerelease an den Markt, weil das Produktwissen zur Laufzeit übermittelt werden kann.

  • Größere Distributionsreichweite. Sinkt der Anbindungsaufwand, binden mehr Vermittler und Dienstleister an.

  • Produkte ohne Schnittstellenkompromiss. Produktvarianten können konkret beschrieben und ausgerollt werden, z. B. für spezielle Vertriebspartner.

Was sich am Vorgehen ändert

Bisher Künftig

WSDL, XSD und Word-Dokumente

Maschinenlesbare Norm: OpenAPI, JSON-LD, SHACL, BPMN

Abweichungen zwischen Versicherungen in Prosa beschrieben

Zulässige Prozessvarianten abschließend aufgezählt und maschinenlesbar deklariert

Neuantrag, Vertragsänderung und Konvertierung als getrennte Konzepte

Ein gemeinsames Modell für alle Geschäftsfalltypen – Antragsstrecke, Vertragsänderung, Konvertierung, Schadenmeldung und -bearbeitung – aus Geschäftsobjekten, Operationsarten und Prozesswissen (Geschäftsobjekte und Operationen)

Norm wird fertiggestellt, dann wird sie in der Umsetzung validiert

Norm, Referenzimplementierung und Werkzeuge entstehen gemeinsam und werden zusammen veröffentlicht

Konformität ist eine Zusage

Konformität ist ein Testergebnis

Produktwissen in Software gegossen

Produktwissen deklarativ und zur Laufzeit abrufbar

Warum Entwicklung mit KI-Unterstützung

  • Die Arbeitsgruppe erstellt Validator, Testsuiten, Referenzimplementierung und SDKs selbst. Früher hätte das Budget und externe Dienstleister gebraucht.

  • Entwurf, Beispiel, Testfall und Dokumentation entstehen parallel statt nacheinander. Widersprüche fallen sofort auf, nicht erst bei der ersten Umsetzung.

  • Jede Normversion wird als lauffähiges Release ausgeliefert. Das Warten auf eine erste Implementierung entfällt.

  • Die Fachkompetenz bleibt bei den Fachleuten. KI übernimmt die Fleißarbeit, nicht die Entscheidungen.

Was bedeutet „KI-fähige Services“ in der Praxis?

„KI“ bedeutet hier nicht unkontrollierte Generierung, sondern die automatisierte, fehlerfreie Bedienung der Schnittstelle durch moderne Software-Agenten:

  • Kein Risiko für Kernsysteme und Tarifierung: Die mathematische Tarifberechnung, Risikoprüfung und Polizzierung verbleiben zu 100 % deterministisch und unverändert im Rechenzentrum der Versicherung. Es gibt kein Risiko von KI-„Halluzinationen“.

  • Model Context Protocol (MCP): Über einen standardisierten MCP-Server können KI-Assistenten (z. B. Copilots in Maklerverwaltungsprogrammen) direkt auf die Services zugreifen. Makler können Angebote per Spracheingabe oder Freitext berechnen lassen, ohne 30 Einzelfelder manuell auszufüllen.

  • Regelprüfung vor dem Absenden: Die Schnittstelle liefert Plausibilitätsregeln maschinenlesbar mit. Der Client oder KI-Agent prüft Daten bereits vor dem Absenden lokal. Das verhindert unnötige Roundtrips.

  • Beschleunigte Partner-Anbindung: Softwarehäuser müssen keine Handbücher mehr manuell implementieren. KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge generieren Anbindungen auf Basis der lauffähigen Norm.

Was erhalten bleibt

  • Investitionsschutz. Die bestehenden SOAP-Services bleiben in Betrieb. Eine Versicherung kann die neuen Services als Wrapper darüber anbieten, ohne ihre Backendsysteme zu ändern, und den Umstieg selbst terminieren. Kein Stichtag und kein Parallelbetrieb zweier Welten.

  • Fachliche Substanz. Die erarbeiteten Konzepte für Neuantrag, Konvertierung, Vertragsänderung, Statusmitteilung und Dokumentenbereitstellung bleiben gültig. Es ist eine Überarbeitung, keine Neuerfindung: Neuantrag, Vertragsänderung und Konvertierung werden als Geschäftsfalltypen auf ein gemeinsames Modell gestellt, statt je eigene Services zu bekommen.

  • Kompetenz im Land. Norm und Werkzeuge entstehen in der österreichischen Arbeitsgruppe. Das Fach- und Prozesswissen bleibt beim VVO, bei den Versicherungen und bei den heimischen Softwarehäusern, statt in Abhängigkeit von externen Anbietern zu geraten.

Vorgehen

Die Entwicklung erfolgt in einer Arbeitsgruppe. Begonnen wird mit der Sparte Kfz und dem Geschäftsfalltyp Antragsstrecke; Vertragsänderung, Konvertierung und Schadenmeldung folgen im selben Modell. Die Ergebnisse werden dem Steuerkreis zur Bewertung vorgelegt.

Die behandelten Use-Cases und die normierten Geschäftsprozesse (u. a. mittels BPMN, samt abschließender Aufzählung der zulässigen Prozessvarianten) legt eine parallele Arbeitsgruppe fest. Sie sind Eingangsgröße dieses Vorhabens, aber nicht Teil davon.