Die sechs Operationsarten

Teil des Prozesswissens. Alle Services sind eine von sechs Arten – Auskunft, Erzeugung, Ableitung, Ersetzung, Bearbeitung, Übergang – nach zwei Achsen: was übermittelt wird und was sich ändert.

Alle Operationen der Norm lassen sich nach zwei Achsen einordnen: was übermittelt wird – das ganze Geschäftsobjekt, wie in OMDS 3 bei Create und Update, oder nur ein Delta aus Geschäftsfall, Zielknoten und Änderung – und was sich ändert – nichts, ein neues Objekt, der Inhalt eines Objekts oder sein fachlicher Zustand. Daraus ergeben sich sechs Arten:

ganzes Geschäftsobjekt übermittelt (wie OMDS 3: Create, Update) Delta übermittelt (Geschäftsfall, Zielknoten, Änderung)

ohne Geschäftsobjekt

Auskunft (inquiry): Tarifauskunft, Produktwissen, verfügbare Produkte, Prozesswissen – nichts bleibt beim Versicherer

neues Geschäftsobjekt

Erzeugung (creation): Create mit ganzem Objekt, ohne Bezug auf einen Vorgänger – Berechnung aufbewahren, Offert oder Antrag direkt anlegen, Schaden melden

Ableitung (derivation): neues Objekt aus einem Vorgänger – Offert aus Berechnung, Antrag aus Offert, Vertrag aus Antrag. Die Ableitung nennt den Vorgänger und übermittelt entweder nur die Änderungen gegenüber ihm (Delta-Ableitung) oder das ganze neue Objekt mit Verweis auf den Vorgänger (OMDS-3-Stil: Geschäftsfallnummer plus ganzes Objekt)

Inhalt eines Geschäftsobjekts

Ersetzung (replacement): Update mit ganzem Objekt; der Server erkennt den fachlichen Zustand danach neu zu

Bearbeitung (edit): Delta-Operationen wie addComponent, removeComponent, setAttributeValue, Beleg hinzufügen; der Server erkennt den fachlichen Zustand ebenso neu zu

fachlicher Zustand eines Geschäftsobjekts

Übergang (transition): eigene Syntax, optional parametrisierbar (z. B. Bestätigungs-Token des Freigabe-Gates), aber ohne Inhalt des Objekts – der steckt schon im Objekt. Antrag einreichen, Offert annehmen, Rückfrage abschließen; nur im passenden Zustand zulässig

operationsarten

Die Arten im Einzelnen:

Auskunft

Liest oder rechnet, bewahrt nichts auf und braucht kein Geschäftsobjekt: Tarifauskunft zu einer Konfiguration, Produktwissen zu einem Produkt, die zum Stichtag verfügbaren Produkte, das Prozesswissen eines Versicherers. Eine Auskunft ist beliebig wiederholbar und hat keine Nebenwirkung.

Erzeugung

Legt ein neues Geschäftsobjekt ohne Vorgänger an; der Client übermittelt das ganze Objekt. Hat der Client noch keinen Geschäftsfall, entsteht er mit der Erzeugung.

Ableitung

Legt ein neues Geschäftsobjekt aus einem Vorgänger an, dessen IRI als Herkunft am neuen Objekt steht. Der Vorgänger bleibt unverändert. Die Ableitung ist der Schritt zum nächsten Objekt der Kette; sie wechselt nicht den Zustand des Vorgängers.

Ersetzung

Ersetzt den Inhalt eines Geschäftsobjekts durch ein ganzes neu übermitteltes Objekt (Update im OMDS-3-Stil). Der Server prüft den neuen Inhalt und erkennt den fachlichen Zustand danach neu zu.

Bearbeitung

Verändert den Inhalt eines Geschäftsobjekts in einem Schritt, ohne das ganze Objekt zu senden: einen Baustein einschließen oder ausschließen, einen Attributwert setzen, ein Risikoobjekt anlegen oder zuordnen, einen Beleg hinzufügen. Das sind die bisherigen Delta-Operationen; sie setzen voraus, dass der Versicherer das Objekt als Entwurf hält. Antwort ist immer das vollständige Objekt, und der Server erkennt den fachlichen Zustand neu zu.

Übergang

Wechselt den fachlichen Zustand desselben Geschäftsobjekts: Antrag einreichen, Offert annehmen, Rückfrage abschließen. Der Übergang hat eine eigene Syntax und übermittelt keinen Inhalt – der Inhalt steckt schon im Objekt –, kann aber Parameter tragen, etwa das Bestätigungs-Token des Freigabe-Gates oder eine Zustimmung des Kunden. Er ist nur im passenden Zustand zulässig. Nach dem Übergang ist das Objekt in der Hand des Versicherers und für den Client unveränderlich. Ein Übergang führt nicht zum nächsten Objekt; das tut die Ableitung, meist durch den Versicherer nach seiner Prüfung.